Über

.. 50 Prozent

50 Prozent ist ein Projekt von Anne Roth und dokumentiert, dass und wie sehr Frauen* als Rednerinnen bei Konferenzen, Podien, bei Talk-Shows und anderen öffentlichen Veranstaltungen unterrepräsentiert sind. Rednerinnen und Redner werden pro Veranstaltung gezählt und als Prozent-Anteil veröffentlicht.

Außerdem gibt es hier Material über Initiativen, die das ändern wollen, über die Ursachen und über gute Beispiele.

Gelegentlich finden Konferenzen, sie hätten keinen Änderungsbedarf und erklären das auch. Auch das wird hier dokumentiert.

Wer mitzählen möchte, ist herzlich eingeladen – eine Mail genügt. Das gilt auch für Hinweise auf besonders erschütternde Beispiele oder gute Ideen.

 

.. Anne Roth

Anne Roth ist Bloggerin, Netz- und Medienaktivistin und seit Ende der 90er Jahre im Netz. Sie ist Politologin, hat als Journalistin, Online-Redakteurin und Übersetzerin gearbeitet, war Researcher beim Tactical Technology Collective, wo sie sich mit Digitaler Sicherheit beschäftigte, und ist seit 2014 Referentin im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Sie schreibt und spricht über Innenpolitik – insb. Sicherheitsbehörden, Überwachung, Freiheit vs. Sicherheit -, Medien, Netzpolitik und Feminismus. Neben ihrem eigenen Blog annalist ist sie Gelegenheitsbloggerin bei netzpolitik.org. Sie bloggte außerdem für das Bewegungsblog von Neues Deutschland sowie das FAZ-Blog „10 vor 8„.

Vorträge u.a. beim Kongress des CCC, bei der re:publica, Computers, Freedom and Privacy, Transmediale und dem Medienforum Mittweida (mehr).

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* Mit Frauen sind der Einfachheit halber alle gemeint, die sich selbst als eine sehen

 

Was andere über ’50 Prozent‘ schreiben:

Aus dem subjektiven Eindruck der Männerdominanz in der öffentlichen Meinung macht die deutsche Medienaktivistin Anne Roth eine objektiv nachweisbare Aussage: Sie veröffentlicht seit zwei Jahren auf ihrem Blog Zahlen, die die Überdominanz von Männern auf Podien belegen. Nicht selten sind Frauen einzig als Moderatorinnen oder Ansagerinnen vertreten. Häufig ist der Anteil Männer gar 100 Prozent.

Solothurner Zeitung: Frauen vor! Meinungsmacher müssen nicht immer Männer sein, 26. März 2014

 

Immer wieder das gleiche mit Einladungen zu Konferenzen, Podien und anderen Veranstaltungen: Unter den Geladenen finden sich zu wenig oder gar keine Frauen. Wer sich auch darüber ärgert, kann nun mitzählen und das ungleiche Geschlechterverhältnis bei allen möglichen Anlässen auf einem neuen Blog dokumentieren.

Deutscher Frauenrat: Plattform 50 Prozent gegen Unterrepräsentation von Frauen, 13. Mai 2013

 

Der Blog bewertet nicht, er dokumentiert und sammelt Material über Initiativen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diesen Misstand zu ändern und verlinkt auf Listen zu relevanten Speakerinnen. Der Blog soll dazu beitragen, „Augen zu öffnen“ und die gläserne Decke sichtbar zu machen, die nach Ansicht der Netzaktivisten im Netz genauso präsent sei „wie in der analogen Welt“.

Neues Deutschland: Lasst Zahlen sprechen, 3. Mai 2013

 

Das Prinzip ist einfach: Pro Veranstaltung werden die jeweiligen Rednerinnen und Redner gezählt und dann als Prozent-Anteil veröffentlicht. Doch auch wenn sie nicht immer direkt als Beispiel für 100 Percent Men oder 100 Prozent Mann dienen könnten, sind die Ergebnisse mehr als traurig und machen ein strukturelles Problem in nackten Zahlen deutlich.

Kleiner Drei: “Die gläserne Decke gibt es im Netz genau wie in der analogen Welt” – Interview mit Anne Roth, 29. April 2013

 

Vielleicht entsteht aus Annes Blog ja irgendwann mal eine Bundesprüfstelle für Geschlechterverhältnisse, die dieses Siegel verbindlich einführt. Kleiner Scherz. Aber ein bisschen ernstgemeint.

Aus Liebe zur Freiheit: 50 Prozent. Über Zahlen und mehr, 23. April 2013

 

Es ist Konferenz und wieder einmal sprechen nur weiße Männer.

Metronaut, Interview: “Selbst bei taz-Konferenzen spricht nur ein Drittel Frauen”, 22. April 2013

12 comments

  1. Liebe Anne Roth,

    ein tolles Projekt. Ich bin aus dem Kunstbereich und schier am verzweifeln. Ich kuratiere auch habe mir 3 Jahre die Zähne ausgebissen und wie eine Wühlmaus den Mädels hinterhergeschrieben. Mit Erfolg…

    Was ich nur leider beobachte: die junge Generation 20-30 Jahre alt, hat dermaßen schlimm ihr Selbstbewusstsein eingebüßt, dass sie von sich aus als allererstes sagen „aber ich will nicht als Frau die Quote sein“…und einem bleibt nur zu sagen: „was willst du denn sonst sein, außer eine Frau? Willst du warten bis du was anderes bist?“

    Es scheint als wollen Frauen noch nicht mal mehr Frau sein. Es ist schlimm. Es zerreisst mir das Herz. Wir müssen weitermachen…Mehr davon! Mehr Diskussion, mehr Zahlen…

    Wenn ich nur Zeit hätte ich würde so gerne einen ähnlichen Blog machen mit einer Sammlung der großen Zeitungen und Screenshots ihrer Kulturseiten und harte Fakten aufschreiben, wieviele Artikel eine Frau als Protagonist haben…es ist erschüttern und es gibt so viele.

  2. Unheimlich wütend macht mich auch die Tatsache, dass im politischen Kabarett kaum Frauen auftauchen. Die soll es angeblich nicht geben???
    Da war es ja noch besser in den altbackenen 50ern und 60ern…unfassbar

  3. Liebe Anne,
    dieses Problem der Ausgrenzungen gibt es im Grunde seit Jahrzehnten, und es hat sich trotz Frauenbewegung und Quotendiskussionen nichts geändert, eher im Gegenteil. Ich bin Deborah dankbar für den Hinweis auf deine Seite.
    Ich habe mir bezüglich Besetzung von TV Talkrunden mit Hinweis auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag die Finger wund geschrieben mit Beschwerden an die Redaktionen, keine Reaktion, dann an Intendanten, keine Redaktion. Nur zwei Antworten gab es vom WDR und von Anne Will, mit den üblichen Rechtfertigungen, ‚für das Thema keine Expertin‘ oder wir werden uns bemühen‘. Inzwischen ergibt sich ein erschreckendes Bild vor allem bei Lanz, Jauch und Plasberg einer Männerrunde mit einer einzigen Frau, als ob diese Spezies als Alien hier unterwegs ist.
    Ich denke, es muss zu jeder Sendung die Möglichkeit einer organisierten Beschwerde geben, oder was denken die hier Beteiligten?
    Liebe Grüße
    Charlotte

    • Das ist praktisch gar nicht so einfach, weil es ja ’nicht dransteht‘. Ich vermute bzw. hoffe, dass MzF-Transgender eben als Frauen mitgezählt werden. Oder geht es darum, dass sie als eigene Kategorie gezählt werden? Das wäre dann sicher besser Teil eines größeren Projekts, wo sich mal jemand Gedanken machen müsste, wie das aussehen könnte, was das Ziel ist und wie es umgesetzt werden kann. Und wer bzw. was alles gezählt werden soll.

    • Ja, das verstehe ich. Ich frag mich, wo es Platz gibt, für (out) Trans-Männer, die auch Sexismus Erfahrung gemacht haben. So viele Veranstaltung sind nicht nur von Männer dominiert, sondern auch von Cis-Männer. Hmmm, vielleicht wäre eine Lösung, dass auf Frauen, Trans*, Inter* und Genderqueere Personen zu erweitern?

      Kennst du übrigens Female Pressure? Sie haben gezählt, bei Elektronische Musik Veranstaltungen. Die Ergebnisse sind erschütternd!
      http://femalepressure.wordpress.com/facts/
      http://www.femalepressure.net/pressrelease.html

  4. Hallo Frau Roth,

    kennen Sie unsere Datenbank AcademiaNet? Sie umfasst mittlerweile 1.200 Profile hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen. So soll es in Zukunft im Wissenschaftsbetrieb nicht mehr möglich sein zu sagen „Wir hätten ja gerne mal eine Frau in unserem Gremium / für diesen Vortrag / auf dieser Führungsposition gehabt, aber wir haben keine gefunden.“ Denn AcademiaNet zeigt: Es gibt sie, fachübergreifend und in großer Zahl, die Topfrauen für Führungsaufgaben in der Wissenschaft!

    Viele Grüße,

    Eva Roth

    Projektleiterin AcademiaNet

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